Chronik der Gemeinde Fischbach

Wie alles in Fischbach begann

Fischbach wurde das erste Mal urkundlich in einem Urbar des Bischofs von Seckau 1295 als Vispach erwähnt. Vor dieser Zeit dürfte unser Gebiet ziemlich unzugänglich und daher für die Römer, als auch im 9. Jahrhundert für die Magyaren wenig interessant gewesen sein. Erst nach dem Ende des Investiturstreites 1122 schritt die Rodung und Besiedelung der Oststeiermark voran.

Zu Beginn des 13 Jahrhundert erbauten die Herren von Orth, die am Gmundnersee saßen, die Burg Wachsenegg bei Anger, zogen ihre Leute als Siedler nach, gründeten den Markt Birkfeld und später auf dem Weg ins Mürztal den Längsort Fischbach, damals Vispach (1295). Die vom Feistritztal über den Fischbacher Wald und über die Stanzer Alm nach Stanz führende Straße wurde die Lebensader des Dorfes.

Der Durchzug zahlreicher Fuhrleute, Wallfahrer und Wanderer brachte den Fischbachern reichen Gewinn, die einerseits als Sämer (Frächter) für den Vorspann vom Ort zum Zellerkreuz tätig waren und auch andererseits als Wirte, da der Verkehr zu Wagen, Pferd und Fuß sehr rege war. Laut der Pfarrchronik waren die Fischbacher nicht unbeteiligt, dass die Straße hinter dem Dorf so steil zum Zellerkreuz führte, das seinen Namen von dem dort abzweigenden Wallfahrerweg nach Mariazell hat.

Dorfstraße Fischbach 1911

Schon 1402 besaß Fischbach eine Messkapelle mit einem Vikar, seit 1545 eine Pfarre mit gotischer Kirche. 1668 brannte die Kirche ab und wurde 1680 von Gräfin Anna Steinpaß, verwitwete Kleindienst, wieder aufgebaut.

Nach der Grundherrschaft der Familie Kleindienst in Wachsenegg kam Fischbach dann bis 1850 unter die Herrschaft Birkenstein in Birkfeld. Mehrfach wütete die Pest in Fischbach, besonders in den Jahren 1634, 1680 und 1711 hat sie den größten Teil der Einwohner weggerafft.

Ab 1707 waren die Grafen Trautmansdorf Grundherren in Fischbach. Dem Ort besonders gewogen war Maria Rosalia Gräfin Trautmansdorf, die sich oft im herrschaftlichen Jagdhaus (heute GH Forsthaus) aufhielt. Ihr Sohn Weikard baute 1793 die Kirche aus.

Nach 1850 entstand aus den Steuergemeinden (Katastralgemeinden) Fischbach, Völlegg und Falkenstein die Gemeinde Fischbach.

Die Volksschule bestand seit Mitte des 17. Jahrhundert als Pfarrschule. 1846 wurde ein neues Schulhaus errichtet und 1869 neu organisiert. Der Neubau der Volksschule am Südende des Ortes wurde 1972 vollendet. Das Postamt hat von 1849 bis 2002 bestanden, der Gendarmerieposten seit 1891 bis 2001. Von 2002 bis 2014 gab es eine Postservicestelle im Gemeindeamt und im Jahr 2001 ist die Polizeidienststelle Fischbach mit dem Posten Ratten zusammengelegt worden. Die Freiwillige Feuerwehr Fischbach besteht seit 1900, die Freiwillige Feuerwehr Falkenstein seit 1934 und die Blasmusik um 1860.

Fischbacher Kirche im Jahre 1901
Fischbach heute

Das Dorf muss nach Peter Roseggers Beschreibungen vor dem 1. Weltkrieg mit seinen schmucken Holzhäusern und seinen fünf Dorfbrunnen besonders malerisch gewesen sein.

Im 2. Weltkrieg lag Fischbach im Frühjahr 1945 im Kriegsgebiet und wurde vom 13. bis 18. April 1945 von den Russen besetzt. Am 17. April 1945 brannte der Pfarrhof und laut einem Tagebuchbericht ist es einem russischen Oberst, der seinen Soldaten Befehl zum Löschen gab, zu verdanken, dass der Ort nicht in Flammen aufging, wie Wenigzell oder St. Jakob. Auf der Gmoa brannten 6 Häuser und wie überall zu dieser Zeit gab es auch in Fischbach viel Unheil und Leid.

Nach dem 2. Weltkrieg und der Zeit des Wiederaufbaues nahm das Vereinsleben in Fischbach einen großen Aufschwung und schaffte mit seinen Veranstaltungen eine intensive Beziehung zwischen Gästen und Einheimischen. In den 60iger Jahren entwickelte sich Fischbach zu einem Fremdenverkehrsort, der, wie schon vor hundert Jahren auch heute noch als sehr ruhiger Erholungsort gilt, in unmittelbarer Nähe von Peter Roseggers Waldheimat gelegen.

Am 27.02.2003 wurde die Gemeinde Fischbach offiziell mit Bescheid der Landesregierung als Höhenluftkurort anerkannt. In Fischbach, das im größten geschlossenen Waldgebiet Mitteleuropas liegt, gibt es noch viele Bauern, keine Industrie, man lebt sehr natur- und umweltbewusst und manchmal scheint es, als würden sich hier die Zeiger der Uhren noch ein bisschen langsamer drehen als anderswo.

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